Jahreshauptversammlung 2019

(Quelle: Nassauischen Neuen Presse, kka)

Runkel. Der Aufmerksamkeit des 13-jährigen Runkelers Jonathan Pleyer verdankt ein Mann sein Leben. Dafür wurde der Junge von der freiwilligen Feuerwehr ausgezeichnet …

Feuerwehr ehrt Jonathan Pleyer – Blauröcke leisten 80 Prozent Stunden mehr als im Vorjahr

Selten hatte sich der Feuerwehrverein Runkel, dem zurzeit 280 Männer und Frauen angehören, an so vielen verschiedenen Aktionen beteiligt, wie im vergangenen Jahr. Bei der Jahreshauptversammlung fasste Vorsitzender Jürgen Broghammer die Höhepunkte mit einer Foto- und Videopräsentation zusammen.

Im Vordergrund standen das gemeinsam von der Feuerwehr und den Altstädtern organisierte Altstadtfest mit Livemusik, Hubschrauberflügen, Entenrennen und einem Kinderflohmarkt sowie der Dialog Runkel. Die Feuerwehr war an der Hälfte aller Veranstaltungen des sechswöchigen Kultursommers direkt beteiligt und hatte unter anderem mehrere Fenster für die Karikaturenausstellung hergerichtet.

Mit der Kanalmusik war den Kameraden ein Knüller gelungen, der weit über die Stadtgrenzen hinweg für Aufmerksamkeit sorgte und inzwischen sogar prominente Nachahmer findet, zum Beispiel das diesjährige Tanzfestival in München. Auch die Turmuhrführung, an der über 100 Gäste teilnahmen und der eigene Tag der offenen Tür waren laut Broghammer großartige Erfolge.

Die Einsatzabteilung bestand zum Jahresende aus 59 aktiven Feuerwehrleuten, darunter fünf Frauen. Wie gut die Truppe ausgebildet ist, belegte Wehrführer André Pleyer eindrucksvoll anhand der besuchten Lehrgänge und Weiterbildungen. 77 Mal musste die Wehr ausrücken. Die Einsätze teilten sich auf in 30 Hilfeleistungen (1411 Stunden), 34 Brandbekämpfungen (1007 Stunden) und 13 Brandsicherheitsdienste bzw. Dienstleistungen (2740 Stunden).

Mehrere Brände gelöscht

Unter den Brandeinsätzen waren drei Wohnungs- und zwei Dachstuhlbrände sowie mehrere Flächenbrände. Beim Brand im Limburger LHZ war die Feuerwehr Runkel mit den Nachlöscharbeiten beauftragt. Elfmal schlugen Brandmelder in der Seniorenwohnanlage an, zum Glück ohne dass tatsächlich etwas Schlimmes passiert war.

Bei den Hilfeleistungen stachen die Sicherung eines einsturzgefährdeten Hauses, die Bergung eines in die Lahn geratenen Fahrzeugs und etliche Einsätze wegen Hochwassers und Starkregen hervor. Viermal waren querliegende Bäume von den Straßen zu entfernen. In der Summe ergaben sich 2740 Personenstunden. Daraus ergibt sich etwa 80 Prozent mehr geleistete Einsatzzeit als im Vorjahr, als es 1529 Stunden waren. Zusätzlich fanden 42 Alarmübungen mit durchschnittlich 18 Personen statt.

Der gemeinsam von Runkel und Beselich gestellt Gefahrstoff-Dekontaminationszug des Landkreises hatte nach einer Umstrukturierung 2017 den Übungsbetrieb nun wieder aufgenommen. Höhepunkt war eine gemeinsame Übung mit dem Gefahrstoffzug und den Feuerwehren aus Elbtal.

Neben üblichen Wartungen und Reparaturen der Fahrzeuge durch den Gerätewart (791 Stunden) wurde überwiegend in Eigenleistung ein gebrauchtes Fahrzeug wieder aufbereitet, das in Kürze zum Einsatz kommen kann. Hier taten sich besonders Dominik Klees, Andreas Schuld und Joachim Schäfer hervor.

 

13-Jähriger rettete Mann das Leben

Bei der Versammlung standen auch Ehrungen an. Außergewöhnlich war, dass auch ein Nicht-Mitglied ausgezeichnet wurde. Der Aufmerksamkeit des 13-jährigen Jonathan Pleyer Anfang Januar verdankt ein in die Lahn gefallener Mann sein Leben. Der Jugendliche hatte die Hilferufe gehört und nach Rücksprache mit seinen Eltern die Polizei alarmiert.

Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden Gertrud Dorn, Günter Kosciankowki, Karl Völker und Willi Weckert mit Urkunde sowie einer silberner Vereinsnadel ausgezeichnet.
Urkunden für 60 Jahre Vereinstreue gingen an Christel Schäfer und Jakob Nocker.
Für 50 Jahre Zugehörigkeit erhielten Anton Bittner, Manfred Edel, Rudolf Garzinsky, Walter Hemming, Karl-Heinz Kramm, Günter Löhr, Joachim Schäfer, Hermann Weis sowie Prinz Metfried zu Wied eine Urkunde.
Allerdings konnten nicht alle Geehrten ihre Auszeichnung persönlich entgegen nehmen.

(Text + Foto: Kerstin Kaminsky)